Geschichten

Stell Dir vor, du sitzt in einem alten Leuchturm am Kaminfeuer. Draußen regnet und stürmt es, Der Regen prasselt in dicken Tropfen, wie ein Vorhang und der Wind knallt nur so gegen die Fenster. Was gibt es schöneres als jetzt eine Geschichte zu hören?

Erlebe die Magie von Geschichten.

Hier gibt es ab und an Nützliches und emotionale Einblicke, die uns auf unserer Reise unterstützen. Lass dich inspirieren und klicke auf das Foto

Eine Bahnfahrt, die das Leben verändert

Ich sitze in der Bahn. Es ist so ein typischer Reisetag und wie vielen anderen Bahnreisenden geht es mir genauso - wenn ich mal Bahn fahre, geht alles schief. So zumindest mein Gefühl. Einige Bahnen fallen aus und meine Bahn ist sehr gut gefüllt. Am besten Ruhe bewahren, den Tag nehmen wie er ist und eine offene Gelassenheit annehmen. Ich sitze auf meinem Platz und lasse den Stress des Morgens sacken. Genieße die Ruhe. Das klappt auch super und nach kurzer Zeit bin ich ruhig, entspannt und innerlich ausgeglichen für eine entspannte Reise.

 Am nächsten Bahnhof wird es auf einmal laut. Ein sichtlich aufgebrachter Mann betritt die Bahn. Ein sehr großer, stattlicher Mann. Er ist top gestylt und wirkt wie ein klassischer Typ: Erfolgsmensch. Es ist zu spüren, dass er sehr angespannt ist. Beim Einsteigen geht es ihm nicht schnell genug und nicht nur das, er wirkt sehr hektisch und sekündlich aufgebrachter. Passagiere, die vor ihm die Bahn betreten haben, schreit er an und treibt zur schnelleren Platzfindung.

"Geht das nicht schneller? Setze dich doch hin, Herr Gott!", sind so typisch fallende Sätze.

Ich komme nicht daran vorbei, dem Treiben meine Aufmerksamkeit zu schenken und denke mir: "Oh Gott, das kann ja heiter werden. Hoffentlich fährt er nicht bis nach München mit. Das werden interessante Stunden!". Sie sollten es definitiv werden, jedoch konnte ich das zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Aber nicht nur das. Nein. Er sieht, dass der Sitz direkt neben mir frei ist. "Oh Gott nein, er wird doch nicht?", denke ich mir und da war es schon geschehen. Genau das. Er fragt nicht einmal, sondern setzt sich direkt neben mich. Meine Sachen werden auf meinen Schoss geworfen. Er nimmt sich mehr Platz als Ihm zusteht und zieht darüber hinaus ungefragt den Stecker meines Laptops aus der Steckdose, um sein Mobiltelefon zu laden. "Ist doch ok, oder!?" sagt er bestimmt.

Ich bin verwundert über diese aggressive und angespannte Art. Lasse es jedoch gelassen über mich ergehen und beachte Ihn gar nicht. Ich denke mir: "Das geht vorbei." Wer weiß, was mit Ihm los ist? Und so sitzen wir erstmal nebeneinander und ich bemerke, wie die anderen Passagiere durch sein Verhalten sichtlich gestört werden. Er meckert, wenn sie zu laut sind, Kinder zu lebhaft im Abteil umherspielen und einfach die räumliche Enge nicht annehmen können. Er telefoniert lautstark und nimmt den ganzen Raum des Zuges ein. Wir alle können den Gesprächen seiner Telefonate folgen. Eines ist mir sofort aufgefallen. Er wird in den Gesprächen merklich einsilbiger und auch emotionaler. Ich konnte verstehen, dass etwas mit ihm geschieht und etwas passiert ist. Scheinbar ist ein Familienmitglied gestorben. Nach einer Stunde unaufhörlicher Telefonate legt er das Mobiltelefon beiseite und sackt sichtlich mitgenommen und emotional ergriffen in seinem Sitz zusammen. Das erste Mal Ruhe seit ca. zwei Stunden.

Ich schaue zu Ihm rüber. Er bemerkt mich, schaut mich an und bevor er eine Reaktion in meine Richtung äußern konnte, nicke ich Ihm aufmunternd und verständnisvoll zu. Da geschieht es. Aus heiterem Himmel und fast überraschend. Dieser große, aufbrausende, stattliche Mann bricht plötzlich zusammen und fängt bitterlich an zu weinen. Ich sitze weiter ruhig neben ihm und sage kein Wort. Nach einigen Minuten beruhigt er sich langsam und beginnt mir zu erzählen, dass letzte Nacht sein geliebter Vater gestorben. Ein Mensch zu dem er sehr aufgesehen hat. Von dem er sich in den letzten Jahren allerdings stark entfernt hat. Der Job, die örtlichen Veränderungen und der eine oder andere Streit haben dazu geführt.

"Ich bereue jeden Streit und jeden nicht sattgefundenen Moment sehr." sagt er.

Wir beginnen uns zu unterhalten. Aus dem Moment entwickelt sich ein Gespräch über Stunden. Über Erfahrungen und Ansichten. Über das Leben und die Wege die es nimmt. Die weiteren Stunden der Bahnfahrt vergehen wie im Flug und plötzlich sind wir in München. Wir verabschieden uns freundlich, ja fast freundschaftlich. Noch heute sind wir in regelmäßigem Austausch.

Welche Wendung diese Reise und mein Platznachbar genommen haben, beeindruckt mich noch heute. Es ist schon interessant und inspirierend wie die Menschen und Emotionen erlebbar werden. Mich hat es gelehrt, bewusster dankbar für das Leben zu sein, das wir leben dürfen. Nichts ist selbstverständlich. Wir sollten unserem Gegenüber mit Respekt und Offenheit begegnen, dann können großartige Erlebnisse daraus entstehen. Wir sollten uns nicht anmaßen zu glauben, dass wir die Menschen verstehen und von uns auf andere schließen. Denn jeder Mensch steht in seinen eigenen Schuhen. Wenn wir offen und freundlich auf andere zugehen, besteht die Chance, dass es ein toller Moment wird. Ein Schriftsteller schrieb über Museumstage: Wenn wir mit offenen Augen und Armen durch die Welt gehen, besteht jederzeit die Chance auf einen Museumstag. Selbst bei einer einfachen Bahnfahrt nach München.

 

Wo Vertrauen wächst, verschwindet die Angst

Teams werden oftmals geführt durch Zwang und Diktatur. Die Führungskraft weiß nicht zu führen und zu kommunizieren. Daraus entsteht eine Verunsicherung im Team und vor allem bei der Führungskraft.  Sie versucht das automatisch zu verstecken. 

Es könnte ein Zeichen von Schwäche sein, sich selbst Fehler und Schwächen einzugestehen. Um stark zu wirken, neigen wir Menschen dazu, dieses über die Stimme zu steuern. Wir werden lauter und bestimmter in der Stimme und vertreten unsere Meinungen und Überzeugung über die Kraft der Stimme. Die Körpersprache tut dann das Übrige. Wir geben der Stimme mehr Ausdruck und Nachdruck. Dieser Druck wird auf unsere Umwelt. , wenn wir die Stimme in Verbindung mit der Körpersprache bringen oder die Worte eine Form von. Dieser Druck wirkt auf unsere Umwelt. Druck schürt Angst und Angst beim anderen lässt einen stark wirken. So zumindest unser Glaube.

Ein Leben in Angst macht schwach und lässt Teammitglieder gehemmt, geschwächt und blockiert zurück. Wir beschäftigen uns nur noch mit der Angst und den Fehlern.

Menschen beginnen zu resignieren, unmotiviert und freudlos zu sein. Sind das die Worte, die wir über unsere Teammitglieder sagen wollen? Nein. Vielmehr würde es bedeuten, dass Führungskräfte Ihre Aufgabe nicht verstehen und nicht richtig ausführen, ja sogar leben. Teams sind wie Familien. In Familien würden wir motivieren, uns sorgen und darauf vertrauen, dass die Person es schaffen wird.

Das sind die Worte, die wir nutzen sollten. Wir sollten motivieren und Vertrauen schenken.

Da wo wir Vertrauen schenken, wird die Angst verschwinden. Da wo wir motivieren, werden die Erfolge spürbar steigen. Da wo wir die Menschen stärken, wird die Freude und das Selbstvertrauen steigen. Wenn wir uns selbst vertrauen, werden wir auch anderen vertrauen. Die Gemeinschaft wird stärker und die Ergebnisse erreichen ein neues Level.

Weg von dem Druck, weg von der Angst, weg von dem Zwang

Und

Hinzu anderen Menschen Vertrauen schenken, sie motivieren, unterstützen und mit Freude begeistern

 

Veränderungen

Wer kennt das auch? - Veränderungen

Draußen wird es langsam dunkel. In einem Fenster leuchtet ein Licht und beim Blick durch das Fenster erkennt man einen Papa der das Abendessen für die Familie vorbereitet. Es duftet in der Küche herrlich nach frischem Brot und im Topf köchelt eine Suppe. 

Der kleine Jonas, mit seinen blonden Locken und braunen Augen, steht neben seinem Papa auf einem Hocker am Herd und schaut Ihm bei der Arbeit zu. Etwas verlegen fragt er mit seinen braunen Kulleraugen: „Papa, kann ich bitte Rührei mit Käse und Schinken zu Essen haben?“ Der Papa schaut erstaunt. „Magst du die Suppe nicht?“ Und Jonas antwortet: „Nein, ich möchte Rührei!“. Selbstverständlich kommt der Papa dem Wunsch von Jonas nach. Er beginnt Käse  und Schinken zu schneiden und verquirlt 2 Eier in einer Schüssel. Er stellt die Pfanne auf und gießt ein wenig Fett hinein. Kurz greift er in den Schrank. 

Plötzlich gießt der kleine Junge die Schüssel mit den Eiern in die Pfanne.

„Nein, was machst du denn?“ ruft der Papa. „Ich wollte doch nur helfen!“ sagt Jonas. 

In Windeseile versucht der Papa einen Wender zu finden. Doch zu spät, das Ei hat schon begonnen zu stocken.  „Naja, nicht so schlimm“ – denkt sich Papa und kippt auch noch den Käse und den Schinken zum Ei und zaubert ein herrliches Omelett.

„Aber Papa, ich will das nicht. Ich will Rührei mit Käse und Schinken, so wie immer. Das schmeckt mir so nicht!“ sagt Jonas und beginnt zu weinen.

„Probiere das doch mal wenn es fertig ist. Bitte. Das ist sehr lecker.“

Als der kleine, blonde Junge mit verweinten Augen der Ablehnung kurze Zeit später am Tisch sitzt und fast widerwillig das Omelett probiert, stellt er fest, dass es „so“ viel besser schmeckt und etwas besonderes ist. Er strahlt und verschlingt das Omelett im Nu. Seitdem darf es jeden Tag Omelett geben.

Was zeigt uns das?

Veränderungen schockieren. Und oftmals sind wir nicht einverstanden und lehnen es auch ab. Wenn wir dem Ganzen aber eine Chance geben und auch neue Dinge ausprobieren, können leckere / schöne Dinge daraus entstehen. Sie können uns glücklich machen. Ich probiere es aus, sowohl bei der Arbeit als auch im privaten Umfeld. Ich öffne mich für Veränderungen und gebe ihnen eine Chance. Vielleicht entsteht ja daraus etwas Tolles?

 

Das Problem mit dem Wasserglas

Die kleine Lisa kommt nach aus der Schule nach Hause. Ein kleines Mädchen. Dunkelbraune, schulterlange Haare und normalerweise mit einem strahlenden Lächeln und leuchtenden Augen. Aber nicht heute. Heute wirkt sie betrübt, fast schon traurig. Ihre Mama schaut sie an.

„Was ist den los, Lisa?“. „Möchtest du dich setzen, ein Glas Wasser trinken und mir erzählen, wie es heute in der Schule war?“

Lisa setzt sich. „Nein, Mama es ist alles in Ordnung, mir geht es gut“. „Es ist nicht schlimm. Seit Anfang der Woche spielen die Jungs, in der Schule, ein neues Spiel. Sie lassen mich aber nicht mitspielen und das macht mich traurig“, erzählt Lisa Ihrer Mama. Ihre Mutter hört aufmerksam zu und überlegt währenddessen, wie sie Lisa helfen kann. 

Lisa erzählt die ganze Geschichte. Von dem Spiel wo die Jungs in 2 Gruppen Kriegen spielen und sich dabei an den Händen halten. Wieviel alle dabei lachen, toben und ganz viel Spaß haben. Während Lisa redet, wird sie immer trauriger. „Aber es ist nicht so schlimm“, sagt Lisa.

Während Lisa erzählt, stellt die Mutter fest, dass sie immer noch das Wasserglas in der Hand hält. Und dass nun schon seit einigen Minuten. Ihr ist es erst gar nicht aufgefallen, jetzt wo sie merkt, dass das Glas immer schwerer wird, wird es doch unangenehm und auffällig. Und plötzlich hat sie die Idee.

„Ach Lisa. Darf ich dich etwas fragen und dir etwas erzählen, was die vielleicht helfen wird?“. Lisa nickt.

„Warum schluckst du das, was dich jeden Tagbeschäftigt runter? Pass auf. Dieses Problem, dass du nicht mitspielen darfst, ist wie das Wasserglas. Jeden Tag nicht mitspielen zu dürfen, macht dich täglich ein wenig trauriger.

Mit dem Wasserglas ist es genauso. Du kannst das Glas in die Hand nehmen und etwas trinken. Es ist nicht schwer und tut nicht weh. Du kannst das Glas 10 Minuten festhalten. Und du wirst merken, dass es langsam schwerer wird. Aber es ist alles ok. Wenn du das Glas aber 30 Minuten festhältst und weder daraus trinkst noch es absetzt. Wirst du merken, wie das Gewicht des Glases deinen Arm nach unten zieht.

Die Schmerzen in deinem Arm und die Kraft, die du brauchst, werden größer und anstrengender.

Genauso ist es mit deinem Gefühl. Am Montag war es ok nicht mitspielen zu dürfen. Am Dienstag hat es dich schon ein wenig mehr gestört. Heute bist Du schon richtig traurig.

Lass nicht zu, dass es morgen noch schlimmer wird! 

Was hältst du davon, morgen bei den Jungs nachzufragen, warum du nicht mitspielen darfst? Sprich mit ihnen und sag ihnen, dass es dich traurig macht. So wirst du das Wasserglas abstellen können und die Schmerzen in deinem Arm werden gehen.“ (Im übertragenen Sinne).

Am nächsten Tag packt Lisa all ihren Mut zusammen und spricht die Jungs auf die Situation an. Es stellt sich heraus, dass es lediglich daran liegt, dass die Jungs sich vorher bereits verabredet haben und die Gruppen eingeteilt haben. Aber Anna, dass blonde Mädchen, das ebenfalls auf den Schulhof neben Lisa stand, möchte auch mitspielen, hat sich aber nicht getraut jemanden zu fragen. Nun können beide Mädchenmit den Jungs spielen und beide sind darüber sehr glücklich. 


 

Das Gefühl von Weihnachten

Es ist wieder soweit… Draußen schneit es und die Glöckchen spielen Schneeflöckchen…

Die Kinder rennen die Treppe herunter, es ist wieder genauso wie Last Christmas. 

Der Raum ist bereits hell erleuchtet und Oh Tannenbaum scheint funkelnd im Raum. Es ist alles so schön geschmückt und eine Christbaumkugel - dort direkt neben Rudolph - funkelt ganz besonders hell. Beim genauen Blick fällt auf, dass darin etwas geschieht und je dichter die Kinder an die Kugel treten, sehen sie etwas mehr. Auf einmal verlieren sich ihre Blicke darin und sie können ein kleines Wunder erkennen. In der Kugel schneit es. Und je mehr sie sich konzentrieren, umso mehr Details erkennen sie. Sie sehen ein Haus. Und sie bewegen sich langsam in Richtung des Hauses, bis sie beim Fenster angekommen sind. Sie erkennen ein Licht. Sie spüren eine wundervolle Wärme und sie hören Lachen und Musik.

Was sie dann sehen, lässt ihre Augen leuchten. 

Hinter dem Fenster steht ein Weihnachtsbaum, darunter liegen viele Geschenke. Dahinter steht ein Kamin. Das Feuer ist an und erwärmt den ganzen Raum. Der Kamin schenkt eine wundervolle Wärme und spendet ein warmes Licht. Es knackt immer wieder, während die Äste in dem Feuer brennen. Vor dem Kamin steht ein großer, alter Stuhl. Und darin sitzt ein alter Mann, mit langem weißen Bart. Sein Gesicht ist wohlig rötlich gefärbt und seine Brille rutscht im leicht von der Nase. Auf seinem Bauch liegt ein großes schweres Buch. Vor ihm auf dem Boden sitzen viele Kinder. Sie schauen Ihn an und lauschen gebannt seinen Worten, während er sie auf das nun folgende vorbereitet.

 

Er fragt sie mit tiefer, warmer Stimme: "Und Kinder, darf ich Euch nun endlich die Weihnachtsgeschichte erzählen?"

 

Worum geht es in diesem Bild? Es geht um Weihnachten. Aber nicht um das Weihnachten, so wie wir es häufig erleben. Es geht nicht um Konsum und nicht um Völlerei.

Es geht um die Menschen, die wir gerne um uns haben und um den Moment, den wir mit leuchtenden Augen nicht erwarten können. Es geht um die Kleinigkeiten. Um Mitgefühl und das warme Gefühl, dass uns Weihnachten schenkt.

 

Ich wünsche Euch besinnliche und ruhige Weihnachten. Viele schöne Momente und gemeinsame Erinnerungen. Habt Euch lieb und genießt den kleinen Moment einer Geschichte. Eine Geschichte, die wir uns gegenseitig erzählen können.

 

Alles Liebe Stefan… 

 

Der Fluss des Lebens

Es war einmal ein kleiner Bach, der durch ein malerisches Tal floss. Von den höchsten Bergen bis zu den tiefsten Tälern, erlebte der Bach alles, was das Leben ihm bot. Er rauschte fröhlich über Steine, glitt sanft durch Wiesen und ließ sich selbst von den größten Felsen nicht aufhalten. Für den Bach war das Leben einfach nur das: ein Fluss, der seinen Weg fand, egal welche Hindernisse auftauchten.

Eines Tages kam ein Mann zu dem Bach. Er schaute auf das Wasser, wie es unaufhaltsam vorwärts floss. Er setzte sich hin und machte eine Pause. Während er auf das Wasser schaute kam ihm ein Gedanke: "Ich wäre gerne wie dieser Bach. Warum ist mein Leben nicht im Fluss? Warum halte ich mich selbst auf? Warum kämpfe ich so sehr gegen die Strömung des Lebens an?" Der Mann konnte nicht verstehen, warum er sich so verloren fühlte, während der Bach so gelassen und frei wirkte.

Er schaute weiter in das Wasser und bemerkte große Steine die sich im Bach liegen. „Alles ist immer so schwer und alles stellt sich mir in den Weg, genauso wie beim Bach“. „Vielleicht“, dachte er, „liegt es an der Art, wie ich das Leben sehe.“ Der Mann erkannte, dass er das Leben immer durch die Linse seines Egos betrachtet hatte. Jedes Ereignis, jeder Rückschlag, jede Herausforderung – alles sah er als Angriff auf seine Identität, auf sein Selbstbild. "Was wohl geschieht wenn ich diese Linse abnehme?", fragte er sich. "Wenn ich das Leben so sehe, wie es wirklich ist – neutral, ohne Wertung, ohne den ständigen Drang, es zu kontrollieren."

In diesem Moment ließ er los. Er schloss die Augen und spürte einfach nur die Brise auf seiner Haut, hörte das Plätschern des Wassers, roch die Erde unter sich. Das Leben war, was es war. Nicht gut, nicht schlecht. Einfach nur das Leben. Und in dieser Klarheit erkannte er, dass er frei war. Frei, das Leben nicht nur zu erleben, sondern es zu gestalten, ohne von seinem Ego geleitet zu werden.

Der Mann stand auf, mit einem Lächeln auf den Lippen, und war bereit weiterzugehen. Er verstand nun, dass das Leben seine eigene Strömung hatte, und dass seine Wahrnehmung es entweder zu einem Kampf oder zu einem Tanz machen konnte. Er hatte die Wahl.

Wir alle tragen diese Brille des Egos, die uns glauben lässt, dass das Leben uns etwas schuldig ist oder dass wir gegen den Strom kämpfen müssen. Aber in Wahrheit ist das Leben neutral. Es gibt uns das, was wir daraus machen. Wenn wir die Brille absetzen und die Dinge sehen, wie sie wirklich sind, erkennen wir, dass wir die Macht haben, unser Leben zu gestalten. 

Wir dürfen den Fluss des Lebens akzeptieren, die Kontrolle loslassen und unser eigenes Schicksal schmieden – mit klarer Sicht und offenem Herzen. Denn das Leben ist nicht, wie wir es empfinden. Es ist nur das, was wir daraus machen.

Und wenn wir dies verstehen, dann beginnt der wahre Fluss – der unseres eigenen Lebens, in seiner reinsten Form.

Die Währung der Zeit

In einer kleinen Stadt lebte ein Mann namens Jonas. Er war erfolgreich, besaß ein großes Unternehmen und verdiente viel Geld. Doch trotz all seines Reichtums fühlte er eine Leere in sich, die er sich nicht erklären konnte. Jeden Morgen ging er früh ins Büro und kam spät nach Hause, oft so müde, dass er sofort ins Bett fiel. Die Wochen vergingen, die Jahre zogen ins Land, und Jonas merkte, dass etwas fehlte.

Eines Tages, als er wieder einmal spät abends nach Hause kam, sah er ein altes Foto auf seinem Schreibtisch. Es zeigte ihn als Kind, lächelnd und unbeschwert, mit seinem Großvater auf einer Wiese sitzend. In diesem Moment erinnerte er sich an die Worte seines Großvaters: „Jonas, die wichtigste Währung, die wir Menschen haben, ist nicht Geld, sondern Zeit. Denn Zeit ist das einzige, was du nicht zurückkaufen kannst. Wenn du deine Zeit nicht weise nutzt, wirst du eines Tages merken, dass du alles hast – außer einem erfüllten Leben.“

Diese Erinnerung ließ Jonas nicht los. Am nächsten Morgen beschloss er, etwas zu ändern. Statt ins Büro zu gehen, fuhr er an den See, wo er als Kind oft mit seinem Großvater war. Er setzte sich auf eine Bank und schaute auf das ruhige Wasser. Er dachte an die vielen Stunden, die er in den letzten Jahren in Meetings und vor Bildschirmen verbracht hatte. Und er fragte sich, wie viel von dieser Zeit ihm wirklich etwas bedeutet hatte.

In diesem Moment traf er eine Entscheidung. Er wollte nicht länger sein Leben im Hamsterrad verbringen. Er wollte Zeit für die Dinge haben, die ihm wirklich wichtig waren – seine Familie, seine Freunde, und vor allem für sich selbst. Jonas verkaufte einen großen Teil seines Unternehmens und strukturierte sein Leben neu. Er arbeitete weniger und lebte mehr.

Mit der Zeit fand Jonas eine neue Erfüllung. Er lernte, die kleinen Momente zu schätzen: ein Frühstück mit seiner Tochter, ein Spaziergang im Wald, ein Gespräch mit einem alten Freund. Er stellte fest, dass er, obwohl er weniger Geld verdiente, reicher war als je zuvor. Denn er hatte das Wertvollste, was ein Mensch haben kann: Zeit. Zeit für das, was wirklich zählt.

Und so lehrte Jonas anderen Menschen, wie sie ihre Zeit besser nutzen können. Er erstellte ein Videotutorial, in dem er seine Geschichte erzählte und seine Erkenntnisse teilte. Er wollte andere inspirieren, sich nicht von der Jagd nach Geld blenden zu lassen, sondern die Zeit, die sie haben, mit Bedacht zu nutzen.

Denn am Ende des Tages, wenn alles gesagt und getan ist, zählt nicht, wie viel Geld wir auf der Bank haben, sondern wie viele erfüllte Momente wir in unseren Herzen tragen. Zeit ist die wahre Währung des Lebens – und Jonas hatte endlich gelernt, sie weise zu investieren

Das Beziehungskonto

Ein Liebespaar. Nennen wir sie Anna und David. 

Sie sind seit vielen Jahren glücklich zusammen und haben eine tiefe, bedingungslose Liebe füreinander entwickelt. Ihre Beziehung ist wie ein Konto. Beide zahlen darauf ein und beide profitieren reichlich davon.
Anfangs ist ihr Konto reich gefüllt. Jeder liebevolle Moment, den sie miteinander teilen, jede Unterstützung und jedes aufmerksame Wort wird als Einzahlungen verbucht. 

Die Liebe zwischen ihnen wächst und ihr Vertrauen zueinander wird immer stärker.
 

Doch wie in jeder Beziehung gibt es auch schwierige Zeiten. Manchmal ist das Leben einfach stressig und fordert von ihnen viel Aufmerksamkeit und Energie. In solchen Momenten scheint es, als würden sie immer nur abheben von ihrem „Beziehungskonto“.
Anna und David haben weniger Zeit füreinander, ihre Kommunikation wird oberflächlicher und die kleinen Gesten der Zuneigung werden seltener. Jeder Streit oder jedes vernachlässigte Bedürfnis des anderen scheint eine weiteres Abheben von ihrem Konto zu sein.
Nach und nach beginnt Ihr Beziehungskonto zu schrumpfen. Die Liebe und das Vertrauen, das einst so stark war, verschwindet langsam. Die negativen Erlebnisse überschatten die positiven Erlebnisse und es scheint, als würde ihre Verbindung immer schwächer werden.
 

Eines Tages erkennen Anna und David, dass sie ihr Beziehungskonto leer ist. Sie müssen es schnell wieder auffüllen, bevor es zu spät ist. 

Sie setzen sich zusammen und sprechen offen über ihre Gefühle und Bedürfnisse. Sie erkennen, dass sie beide bereit sind, sich wieder voll und ganz in ihre Beziehung einzulassen und zu investieren.
 

Sie beginnen, bewusste Einzahlungen auf ihr Beziehungskonto zu machen. Sie führen tiefgründige Gespräche, in denen sie einander zuhören und ihre Emotionen offenbaren. Sie nehmen sich Zeit füreinander und unternehmen gemeinsame Aktivitäten, die ihnen Freude bereiten
 

Mit jedem liebevollen Wort, jeder Geste der Zuneigung und jedem Moment der Verbundenheit wächst ihr Konto wieder an. Sie erkennen, dass es nicht nur darum geht, Liebe zu empfangen, sondern auch darum, Liebe zu geben. Auf die Bedürfnisse und Wünsche des jeweils anderen einzugehen. indem sie einander unterstützen und füreinander da sind, Sie füllen so ihr „Beziehungskonto“ immer weiter auf.
 

Die Jahre vergehen und Anna und David werden zu einem Beispiel, wie eine Beziehung gestärkt werden kann, wenn beide Partner sich bewusst darum bemühen. Ihr Beziehungskonto ist wieder prall gefüllt, und ihre Liebe ist tiefer und reicher als je zuvor.
 

Diese Geschichte erinnert uns daran, wie wichtig es ist, in einer Beziehung zu investieren. Ein Beziehungskonto benötigt regelmäßige Einzahlungen, um zu wachsen und zu gedeihen. Mit Liebe, Aufmerksamkeit und gegenseitiger Unterstützung für die Bedürfnisse, Wünsche und Träume des anderen, können wir unsere Verbindungen stärken und eine erfüllende und dauerhafte Beziehung aufbauen.


Das lässt sich auf alle Bereiche unseres Lebens umlegen. Ob im Job oder im Privaten. Wenn wir unsere Beziehungskonten nicht pflegen, dann sind sie irgendwann leer und man bekommt kein Geld, bzw. Liebe Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Unterstützung oder Vertrauen mehr geschenkt.


 


 

Glaub' an Dich

Wir Menschen sind außergewöhnlich. Anstatt uns über den Erfolg anderer zu freuen, tun wir alles dafür den Gegenüber auf unserem Niveau zu halten.

Eine Gruppe von Menschen macht einen Bootsausflug. Ein sonniger Tag auf dem Meer ist genau das Richtige. Ein großes Segelboot wird gemietet und schon geht es los. Alle lachen, freuen sich und sind motiviert. Ein toller Tag steht bevor. Sie fahren gemeinsam aufs Meer hinauslos. Die Sonne scheint Ihnen, warm, intensiv und wohltuend ins Gesicht. Nach ca. 30 Minuten Fahrt halten sie an und genießen entspannt, ruhig und glücklich die Atmosphäre, die Sonne und das Wasser. Die ersten Bordmitglieder springen sofort ins Wasser. Die anderen schauen dabei zu. Das Meer ist an dem gesamten Lagunenstrang nicht besonders tief, kristallklar und erfrischend.

"Schaut mal, da leuchtet etwas am Grund des Meeresbodens", sagt einer an Bord stehend. Alle, inklusive des Skippers, eilen zur Reling und schauen ins Wasser.

Da geschieht es. Eine riesige Welle  schlägt völlig überraschend am Boot ein und alle Bordmitglieder, inklusive des Skippers, fallen ins Wasser.

Nachdem alle geprüft haben, ob alle gesund sind, den Schock und die Überraschung überwunden haben, schwimmen sie zum Heck des Bootes.

"Mist, wir haben vergessen die Leiter rauszuhängen. Und ein Seil gibt es auch nicht. Was nun? Wie kommen da hoch?"

-Was nun?-

Einer in der Gruppe möchte versuchen hoch zu klettern. Der Rest rät ihm davon ab. " Komm, lass das lieber. Das bringt nichts. Das schaffst Du nicht!", sagt einer aus der Gruppe. "Wir sind verloren. Wir müssen auf Rettung hoffen und einfach mal Glück haben." Aber der Kletterer gibt nicht auf und versucht alles, um aus dem Wasser an die Reling des Bootes zu kommen.

In dem Moment, als er eine Hand an die Reling bekommt und sich gerade mit 2 Fingern festhalten kann, geschieht es. "Komm, hör jetzt auf. Das bringt nichts!". Eine Hand packt Ihn an seinem Bein und zieht in wieder ins Wasser. Tatsächlich rutscht er ab und fällt ins Wasser zurück. "Was soll das?" Schreit er.

Ja!... Was soll das?

Warum? Warum tun wir sowas und ziehen andere Menschen in unser Meer zurück? Aus Angst? Aus Konkurrenzgedanken? Weil wir anderen den Erfolg nicht gönnen? Weil wir nicht alleine sein wollen? Weil wir Menschen so sind?

Ganz egal was der Grund ist: Lass Dich nicht runterziehen. Gehe deinen Weg und glaube an Dich…

Denn:

Um Ziele zu erreichen, die wir noch nie erreicht haben, müssen wir Dinge tun, die wir noch nie getan haben. 

Denn: "Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten." (Albert Einstein)
 

Wertvoll

Wer kennt das auch? – Wertvoll

Eine Gruppe von jungen Leuten steht vor dem Vorlesungssaal in der Sonne. Es wird viel gelacht und es werden eine Menge Witze gemacht. Auch der eine oder andere Witz auf Kosten des Einzelnen wird gemacht. Alle genießen die Sonne, die Luft und die Atmosphäre. Eine junge Frau fragt in die Runde ob jemand ein Kaugummi für sie hat.

Ben, einer der Jungs, greift in seine Hosentasche und zieht eine Packung Kaugummis aus der Tasche. Dabei fällt Ihm auch eine 1€ Münze aus der Hosentasche auf den Fussboden. Die junge Frau versucht den 1€ aufzuhalten und tritt mit dem Fuß auf die Münze, damit diese nicht wegrollt. Als sie den Fuß und die Münze hochhebt, ist die Münze über und über mit Schmutz versehen.

Ben lächelt und bedankt sich. Er beginnt die Münze zu säubern. Die junge Frau entschuldigt sich dafür, dass die Münze so schmutzig ist. „Ist schon ok. Der Wert der Münze bleibt doch bestehen, egal wie dreckig die Münze ist“. Es ändert sich doch nichts nur weil, man mit dem Fuß darauf getreten ist. 1€ bleibt 1€.

Egal ob man die Münze schmutzig ist, der Wert bleibt gleich.

Ist es nicht auch so mit uns Menschen?

Wir können kritisiert werden. Wir können „rumkommandiert werden“. Wir können auch ignoriert oder nicht gesehen werden. Wir können einfach schlecht behandelt werden. Aber 1€ bleibt 1€. Ein Mensch bleibt ein Mensch. Jeder Mensch ist wertvoll. Egal was wir tun oder erfahren müssen. Wir bleiben Mensch. 

Ist es nicht viel schöner jeden Tag so anzugehen, als wäre es der schönste Tag in meinem Leben. Kollegen, Freunden, Familienmitgliedern Freude schenken oder einfach ein nettes Wort. 

Ist es nicht anstrengender sich mies, sich schmutzig zu fühlen und Energie aufzuwenden die Münze jeden Tag zu reinigen?

Wenn wir uns alle so behandeln, wie wir selbst behandelt werden möchten, dann können wir die Zeit anders, „wertvoller“, investieren. 

 

Beziehungen

Ich habe letztes Wochenende einen Freund getroffen. Wir haben uns fast 1 Jahr nicht gesehen.

Ich frage Ihn was machst du gerade?

Torben ist ein Bär von einem Mann. Er hat eine kleine Tochter, die mittlerweile 6 Jahre alt ist. Ein kleines blondes Mädchen mit Sommersprossen im Gesicht und einer großen Fantasie. Torben hat sich entschlossen seiner Tochter einen Wunsch zu erfüllen und deshalb hat er begonnen ein Puppenhaus aus Holz zu bauen. Die Details mit denen er arbeitet, sind unglaublich. Türen mit Scharnieren und Türklinken. Fenster mit Fensterbrettern und die Küche mit Herd und Drehreglern. Er zeigte mir Fotos seiner Arbeit und spricht mit Freude und Leidenschaft von seinem Projekt und den leuchtenden Augen seiner Tochter.

Torben ist Tischler… Wie gesagt, ich habe Torben seit einem Jahr nicht gesehen und doch weiß ich ganz viel von Ihm und über Ihn…

Bei den Gedanken an Kollegen und Kolleginnen, stelle ich fest. Soviel weiß ich nicht und dabei verbringen wir jeden Tag so viele Stunden zusammen… Es ist so Schade, denn hat nicht jeder von uns die leuchtenden Geschichten. Diese Geschichten von strahlenden Augen und stolz in der Stimme? Vielleicht sollte ich einfach häufiger fragen…

Hat er/sie Kinder? Und wenn ja… Wie viele? Welche Hobbies hat Stefan? Was macht ihm Spaß? Was beschäftigt ihn? Warum weiß ich auf diese Fragen bei Bekannten oftmals eine Antwort, obwohl ich sie manchmal nur einmal im Jahr sehe?

Sind meine Kollegen und Kolleginnen vielleicht auch meine Bekannten?

Vielleicht beginne ich zukünftig meine Treffen einfach mit einer persönlichen Frage? Vielleicht wird mein erstes Treffen des Tages zu einem großen Spaß und ich erfahre tolle Dinge…. Ich glaube, ich probiere es gleich mal aus….

 

Glück

Wer kennt das auch? Ein kleines bisschen Glück schenken

 Heute ist ein sonniger Tag. Es ist warm und die Sonne brennt. Auf dem Weg nach Hause kommt mir der Gedanke: „Es ist so schön sonnig, ich glaube ich bringe für die Familie noch ein wenig Eiscreme mit und kauf auch noch weitere Lebensmittel für die Woche und das Abendessen ein“. Also fahre ich noch zum Supermarkt, parke das Auto und gehe in Richtung Einkaufswagen. Es ist so warm, dass die Gedanken kreisen und es schwer ist sich zu konzentrieren. Ich gehe gedankenverloren auf die Einkaufswagen zu und bleibe stehen, um eine Marke aus meinem Portemonnaie zu holen.

„Oh Schreck, ich habe weder eine Münze noch eine Einkaufswagenmarke“. Und nun?

Ich schaue auf die Einkaufswagen, um zu überlegen, was jetzt die Lösung ist. „Weniger einkaufen und nochmal in den Supermarkt fahren?“. Bei dem Gedanken bekomme ich schlechte Laune.

Da sehe ich, dass in einem Einkaufswagen bereits eine Münze steckt. Ich freue mich, dass ich nun doch einen Einkaufswagen habe. Ziehe Ihn aus der Reihe und schiebe den Wagen in den Supermarkt. Auf einmal ist meine Laune schlagartig besser.

Nachdem ich meine Einkäufe erledigt habe und mit dem Einkaufswagen zum Auto schiebe, fährt eine Frau in Ihrem roten Wagen an mir vorbei. Sie wirkt angespannt und beschwert sich über mich, weil ich ein wenig zu weit auf der Fahrspur gehe. Als nächstes schneidet sie die Kurve und schreit einen anderen älteren Mann in seinem Auto durch Ihre heruntergelassene Seitenscheibe an, weil es mit seinem grünen Wagen zurücksetzt und Ihr vor das Auto fährt. Der ältere Mann hat die Frau in ihrem roten Auto einfach übersehen und wirkt sehr schockiert und überrascht über die Situation.

In der Zwischenzeit habe ich meine Einkäufe in den Wagen geräumt und bringe den Einkaufswagen zurück zu dem Platz, wo alle Einkaufswagen aneinandergeschlossen sind. Ich entscheide mich, die Münze, die bereits im Wagen steckte, stecken zu lassen, um der nächsten Person die Möglichkeit zu geben, dass gleiche Erlebnis wie ich zu machen.

Ich entscheide mich noch ein paar Minuten zu warten und zu beobachten, wer die oder derjenige ist, die den Einkaufswagen zieht. Auf einmal nähert sich die Frau aus dem roten Auto den Einkaufswagen. Sie wirkt nach wie vor gereizt und gestresst und murmelt etwas vor sich hin. Sie bleibt von den Einkaufswagen stehen und sucht in Ihrer Tasche nach der Einkaufswagenmarke.

„Das darf doch nicht wahr sein! Hat sich denn heute alles gegen mich verschworen?“ schreit sie. Sie hat leider keine Marke dabei. Ähnlich wie ich vorher, hält sie innen, nur meckert sie weiter vor sich hin und gibt Gott und der Welt die Schuld für Ihre Situation.

Auf einmal stellt sie fest, dass ein Wagen bereits eine Münze enthält. Sie schaut sich um und freut sich, dass sie nun doch Einkaufen gehen kann. Ich kann sehen, wie sich plötzlich Ihre Gesichtszüge entspannen und sie gelöster und entspannter wirkt als in den letzten 5 Minuten. Sogar während sie auf die Tür zum Supermarkt zugeht, hält sie inne und lässt ein junges Mädchen zuerst aus dem Supermarkt treten, bevor sie selbst den Supermarkt mit Einkaufswagen betritt. Das Mädchen lächelt die Dame und bedankt sich. Die vorher aufgebrachte Dame lächelt zurück und antwortet mit einem: „Gerne geschehen“.

 

Was meinst du was Ihre Reaktion nach dem Einkauf sein wird? Lässt sie ebenfalls die Münze im Wagen stecken? – Ich denke schon.

Manchmal sind die kleinen Dinge, die Momente, die dem Tag eine andere Wendung geben. Es macht Sinn, kleine Glücksmomente zu kreieren, um den Tag von anderen Menschen zu verändern. Sei es ein Lächeln, eine Tür, die aufgehalten wird oder eine kleine Münze oder Marke im Einkaufswagen.

Ich habe mir geschworen, öfter mal eine Marke oder Münze im Wagen zu lassen oder meinen Mitmenschen einfach mal eine kleine Freude zu machen. Manchmal reicht einfach ein Lächeln.  


 

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